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@taz
Writing for wochentaz. Selected articles below.
wochentaz print, April 18, 2026, argumente, p. 15 [Online]
Populäres Sachbuch [general audience book]
Buchprojekt [book project]
“Leistung: Aufstieg und Abstieg einer Idee”
Dieses Buch untersucht den Begriff der Leistung aus philosophischer und gesellschaftlicher Perspektive.
Es entwickelt die These, dass Leistung als Praxis moderner Leistungsgesellschaften unvermeidlich ist – als moralischer Maßstab zur Bewertung von Personen jedoch unhaltbar. Als wohl wirkmächtigstes Prinzip der Moderne strukturiert Leistung zentrale Bereiche des sozialen Lebens und prägt, wie wir über Ungleichheit, Aufstieg und Verantwortung denken.
Dabei zeigt das Buch, wie Leistung soziale Unterschiede moralisiert: etwa in Debatten über den Wert von Arbeit, über Erben oder über die Frage, was individuelle Leistung im Zeitalter von KI überhaupt noch bedeutet. Statt Leistung zu moralisieren oder zu verbannen, schlägt es eine andere Perspektive vor: Leistung sollte im Privaten als Prinzip des Miteinanders verstanden werden, als solidarisches Einfordern und gemeinsames Beitragen. Im Öffentlichen dagegen sollte Leistung nur noch als institutionelle Praxis gelten: als Maßstab dafür, ob unsere Gesellschaft die Ziele erfüllt, die ihr demokratisch gesetzt werden. So kann sie Orientierung geben und Zusammenarbeit strukturieren, ohne als umfassende soziale Wertung von Personen zu fungieren.
Ausgehend von philosophischen Einsichten zur Leistungsgesellschaft zeigt das Buch, warum wir auch heute weder mit noch ohne Leistung können, und welche Form von Leistung wir am Ende bewahren sollten.
EN:
[This book argues that merit is unavoidable in modern societies, but untenable as a moral measure of persons. It shows how merit moralizes inequality, from debates about work and inheritance to questions of achievement in the age of AI, and proposes a new view: as a principle of cooperation in private life and a limited institutional tool in public life.]